Eintracht Frankfurt hat Felix Baum als neuen Schlüsselspieler auf der Außenverteidiger-Position etabliert. Die Verhandlungen mit Oussama Idrissi-Gaaei wurden vorerst eingefroren - und das hat direkte Auswirkungen auf die Kaderplanung von Sportdirektor Markus Krösche und Trainer Oliver Glasner für die kommende Bundesliga-Saison 2026/27.

Warum Baum jetzt der entscheidende Faktor ist

Baum überzeugte in der Vorbereitung und hat sich als ernsthafte Option für die rechte Außenverteidiger-Position etabliert. Die Diskussion um Gaaei dreht sich nicht nur um sportliche Qualität, sondern auch um finanzielle und taktische Überlegungen. Krösche will einen Kader, der ohne Dreifachbelastung auskommt - und setzt dabei auf eine schlanke Truppe. Die Zielmarke von 17 Profis plus drei Talenten wird zwar nicht erreicht, aber die Richtung ist klar: weniger ist mehr.

Die aktuelle Defensive soll mit Baum und Kosugi als Außenverteidiger sowie Theate und Collins als Innenverteidiger-Hybriden starten. Doch die Pläne sind flexibel. Theate könnte den Verein verlassen, während Parker als mögliche Verstärkung im defensiven Mittelfeld gehandelt wird. Das würde die Balance zwischen Stabilität und Rotation sichern.

Gaaei-Poker: Warum Frankfurt auf Baum setzt

Die Entscheidung gegen Gaaei ist auch eine finanzielle. Baum kostete bereits 12 Millionen Euro im Sommer 2025 und soll sich durchsetzen - zumindest als Backup für Knauff. Die Verhandlungen mit Gaaei wurden auf Eis gelegt, obwohl auf beiden Seiten Bedarf besteht. Krösche sucht nach Spielern, die sich in ein bis zwei Jahren für 50 Millionen Euro verkaufen lassen. Baum passt in dieses Schema: jung, mit Potenzial und bereits im Verein integriert.

Doch die Defensive bleibt ein Puzzle. Mit Baum als Rechtsverteidiger und Knauff auf der gleichen Position könnte Frankfurt in einer 5er-Kette spielen. Links fehlt jedoch noch ein stabiler Innenverteidiger. Theate und Collins sind Optionen, aber ihre Zukunft ist ungewiss. Intern gibt es Talente wie Scheller und Maluze, die sich noch beweisen müssen.

Taktische Folgen: 3er- oder 5er-Kette?

Glasner favorisiert eine flexible Formation. Die 3er-Kette mit Baum als Rechtsverteidiger und Lindström vor der Abwehr war in der Vorbereitung zu sehen. Doch die Realität könnte anders aussehen: Knauff als Rechtsverteidiger in der Europa League, Baum als Herausforderer. Links bleibt eine Lücke, die entweder mit Theate oder einem Neuzugang gefüllt werden muss.

Baums Stärken liegen in Flanken aus vollem Lauf - eine Fähigkeit, die auf der linken Seite schwerer umsetzbar ist. Das macht ihn zum idealen Rechtsverteidiger in einer 5er-Kette. Doch die Defensive braucht mehr Tiefe. Mit nur zwei reinen Außenverteidigern und vier Innenverteidigern droht die Rotation zu eng zu werden.

Was kommt als Nächstes? Transferoptionen und interne Lösungen

Frankfurt hat noch Spielraum für Verstärkungen. Parker könnte als Innenverteidiger oder Sechser kommen, während ein Innenverteidiger für die linke Seite gesucht wird. Die Verhandlungen mit Gaaei sind nicht endgültig gescheitert - aber die Prioritäten haben sich verschoben.

Intern gibt es Optionen. Maluze hat bereits einen Profivertrag erhalten, Scheller kämpft um Spielzeit. Die Defensive bleibt ein zentrales Thema, besonders nach dem Abgang von Collins im Winter 2026. Glasner muss bis zum Saisonstart klare Strukturen schaffen - sonst drohen Lücken in der Abwehrkette.

Und dann ist da noch Knauff: der letzte verbliebene Spieler aus der Europa-League-Finalelf von 2022. Sein Einsatz auf der rechten Seite ist gesichert - aber nur als Plan B für Baum. Die Defensive wird in dieser Saison alles entscheiden.