Warum Oliver Hütter jetzt über die Defensive spricht
Eintracht Frankfurt steckt in der Defensive fest. Nach dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart am 16. Mai 2026 hat Oliver Hütter öffentlich eingeräumt, dass die Probleme an der Hintermannschaft eskalieren. Der 8. Platz in der Bundesliga mit 44 Punkten aus der Saison 2025/26 – bei 11 Siegen, 11 Unentschieden und 12 Niederlagen – zeigt: Die Eintracht findet keine Konstanz. Die letzten fünf Spiele endeten mit null Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen (Form: DDLLL).
Der Tabellenplatz am Saisonende 2025: 8. Platz in der Bundesliga, 44 Punkte, 11 Siege – 11 Unentschieden – 12 Niederlagen aus 34 Spielen, aktuelle Form DLLDL. Die Eintracht kassierte in dieser Serie sechs Gegentore und schoss selbst nur zwei. Die Defensive wirkt wie ein offenes Tor. Hütter sagte nach dem Stuttgart‑Spiel: „Hinten klemmt’s.“ – und meint damit nicht nur eine kleine Schwäche, sondern ein strukturelles Problem.
Was genau läuft in der Defensive schief?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Eintracht Frankfurt hat in der abgelaufenen Saison 65 Gegentore hinnehmen müssen – nur vier Teams in der Liga kassierten mehr. Mit einer Tordifferenz von ‑4 (61:65) liegt der Klub auf Augenhöhe mit den Abstiegskandidaten. Besonders auffällig: Die letzten drei Niederlagen fielen jeweils mit 0:2 oder 0:3 aus. Die Abwehrkette wirkt instabil, die Mittelfeldspieler kommen zu spät zurück, und die Außenverteidiger überlassen den Flügeln zu viel Raum.
Hütter setzt auf eine kompakte Viererkette, doch die Kommunikation zwischen Innenverteidigern und Außenbahnspielern bricht immer wieder zusammen. Gegen Stuttgart (2:2) kassierte die Eintracht in der ersten Halbzeit zwei Gegentore nach Standardsituationen – ein Muster, das sich in den letzten Monaten mehrfach wiederholte. „Wir müssen besser werden in der Organisation“, betonte der Trainer nach dem Spiel. Doch die Lösungen fehlen noch.
Wer steht im Fokus der Defensive?
Besonders im Blick steht Willi Orban, der Kapitän und das defensive Rückgrat der Eintracht. Der Ungar kämpft mit Formschwankungen und wurde in den letzten Spielen mehrfach ausgewechselt. Auch Evan Ndicka – einer der teuersten Abwehrspieler der Liga – wirkt unsicher in Zweikämpfen. Die beiden Innenverteidiger sollen die Basis bilden, doch ihre Fehler kosten Punkte. Dazu kommt die Unsicherheit im Tor: Kevin Trapp (35) ist zwar erfahren, aber seine Reflexe lassen nach. Die Konkurrenz im Tor ist dünn – ein Wechsel wäre riskant.
Die Außenbahnen sind ein weiteres Sorgenkind. Ante Rebić und Randal Kolo Muani – eigentlich Offensivspieler – müssen defensiv viel mehr leisten, als ihnen liegt. Die Flügelverteidiger Stefan Bell und Evan Ndicka (wenn er auf den Außenbahnen spielt) kommen mit den Anforderungen nicht klar. Hütter experimentiert hier mit verschiedenen Systemen, doch eine klare Lösung ist nicht in Sicht.
Was kommt als Nächstes für die Eintracht?
Die Sommerpause steht vor der Tür, doch die Probleme der Defensive müssen noch vor dem ersten Saisonspiel der neuen Bundesliga angegangen werden. Hütter wird in den nächsten Wochen die Mannschaft umbauen müssen – entweder durch neue Spieler oder durch taktische Anpassungen. Gerüchte über einen Wechsel von Willi Orban halten sich hartnäckig, doch der Klub dementiert. Stattdessen könnte die Eintracht auf junge Talente wie Hugo Larsson (20) setzen, der bereits in der Vorsaison erste Minuten sammelte.
Ein Lichtblick: Die Offensive läuft stabil. Mit Randal Kolo Muani (14 Tore in der Saison 2025/26) und Omar Marmoush hat die Eintracht gefährliche Angreifer. Doch ohne eine funktionierende Defensive wird selbst das wenig helfen. Die Fans fordern bereits klare Antworten – und Hütter muss liefern, bevor die neue Saison beginnt. Die Frage ist nicht mehr, ob die Defensive das Problem ist, sondern wie lange sie es noch bleibt.
