Eintracht Frankfurt hat das Potenzial, ein fester Bestandteil der Bundesliga-Spitze zu werden. Das sagt Christian Seifert, der 17 Jahre lang Geschäftsführer der DFL war und seit über zwei Jahrzehnten in Frankfurt lebt.

Der 57-Jährige, der heute unter anderem dem Aufsichtsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe vorsteht, äußerte sich in einem Gespräch in der Frankfurter WM-Arena. Er sieht die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre als Grundlage für eine noch größere Zukunft. „Es war ein überragender Sport-Sommer. Wir hatten in Aachen die Reit-WM, die großartig war“, sagte Seifert und bezog sich dabei auf die positive Stimmung im deutschen Sport.

Die Basis für den Aufstieg

Seifert, dessen Töchter selbst beim Verein Sport trieben und der Eintracht als sein Lieblingsverein bezeichnet, verwies auf den entscheidenden Relegationskampf gegen den 1. FC Nürnberg im Mai 2016. In den zehn Jahren danach hatte der SGE mit nur fünf Trainern eine außergewöhnliche Stabilität. Zum Vergleich: Bayern München kam in derselben Zeit auf sieben Cheftrainer, während Klubs wie Schalke 04 oder Hertha BSC auf zehn bis zwölf kamen. Diese Kontinuität an der Spitze, bei der alle Beteiligten an einem Strang zogen, war laut Seifert der Schlüssel.

Aktuelle Herausforderungen und Potenzial

Gegenwärtig nehme er zwar „etwas Unruhe“ bei Eintracht Frankfurt wahr. Doch wenn die Verantwortlichen weiterhin diszipliniert handelten, stehe dem Klub ein klares Zukunftsszenario offen. „Eintracht Frankfurt hat das klare Potenzial, ein Top-Fünf-Klub zu werden und zu bleiben“, ist Seifert überzeugt. Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Mannschaft von Trainer Dino Toppmöller in der Bundesliga auf dem neunten Rang steht. Nach drei Spieltagen hat die Eintracht vier Punkte auf dem Konto, erzielte sieben Tore und kassierte acht.

Die jüngste Leistung, ein 3:1-Auswärtssieg beim FSV Mainz 05 am vergangenen Samstag, zeigt die vorhandene Qualität. Ein Blick auf die Statistiken der letzten fünf Pflichtspiele offenbart jedoch eine wechselhafte Form mit zwei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen (WLDWL). Vor dem wichtigen Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenführer SC Freiburg am kommenden Samstag muss die Mannschaft also Konstanz finden. Die aktuelle Verletztenliste mit Ansgar Knauff, Jessic Ngankam, Farès Chaïbi und Oscar Højlund stellt dabei eine zusätzliche Herausforderung dar.

Breiter sportpolitischer Kontext

Das Gespräch mit Seifert berührte auch übergeordnete sportpolitische Themen. So sprach er über die deutsche Bewerbung für Olympische Spiele, bei der Berlin, Rhein-Ruhr und München im Rennen sind. Die Entscheidung des IOC fällt am 24. September. Zudem befürwortet er ein neues Sportfördergesetz, das im Herbst beschlossen werden soll und eine zentrale Förderagentur nach englischem Vorbild vorsieht. England verbesserte sich von Rang 36 bei den Spielen 1996 in Atlanta auf Platz drei bei den heimischen Spielen 2012 in London.

Auch zur deutschen Fußballnationalmannschaft und Trainer Jürgen Klopp, der ebenfalls im Aufsichtsrat der Sporthilfe sitzt, hatte Seifert eine klare Botschaft. Er zitierte den ehemaligen Teamchef Rudi Völler: „Fußball ist einfach, ab und zu musst du gewinnen.“ Für Eintracht Frankfurt gilt diese einfache Formel nun im direkten Duell mit dem Spitzenreiter. Ein Sieg gegen Freiburg könnte den Weg in die obere Tabellenhälfte ebnen und Seiferts Vision einen Schritt näherbringen. Den kompletten Spielplan der SGE finden Sie auf unserer Spielplan-Seite.

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