Eine Analyse des Hessischen Rundfunks (HR) offenbart, dass Eintracht Frankfurt nach dem Ende des Sommertransferfensters mit einem unausgewogenen Kader in die neue Saison startet. Besonders die Abwehr und der Sturm weisen laut dem Bericht vom September 2026 bedenkliche Lücken auf, die Trainer Adi Hütter vor taktische Probleme stellen.

Wie steht es um die Eintracht-Abwehr?

Die Verteidigung wird im HR-Bericht als die größte Baustelle des Teams bezeichnet. Mit dem Abgang von vier Nationalspielern wie Nene Brown und Arthur Theate hat der Verein einen massiven Qualitätsverlust zu verkraften. Als Ersatz kommen junge, unerfahrene Spieler wie Keita Kosugi (20) und Elias Baum (20) oder der neue Innenverteidiger Lilian Brassier (26). Robin Koch (30) und der verletzte Nnamdi Collins (22) bringen die nötige Erfahrung mit. Insgesamt stehen nur sieben Spieler für vier Positionen zur Verfügung, wobei mit Timothy Chandler (36) nur zwei gelernte Außenverteidiger im Kader sind. Diese dünne Personaldecke zwingt Hütter möglicherweise zu einem Systemwechsel, etwa hin zu einer Dreierkette, um die Schwächen zu kaschieren.

Ist das Mittelfeld besser aufgestellt?

Im Vergleich zu anderen Mannschaftsteilen wirkt das Mittelfeld deutlich solider. Die Neuzugänge Raphael Onyedika und Noel Aseko sollen die lange vakante Sechser-Position besetzen. Im zentralen und offensiven Bereich bietet die Eintracht mit Spielern wie Can Uzun, Ritsu Doan, Fares Chaibi und Mario Götze weiterhin hohe Qualität, trotz der Abgänge von Hugo Larsson und Ellyes Skhiri. Talente wie Ayoube Amaimouni oder Oscar Höjlund warten auf ihre Chance. Allerdings fehlen im Kader klassische Außenbahnspieler, nachdem Jean-Matteo Bahoya verkauft wurde. In Hütters System sind reine Flügelstürmer, die an der Linie kleben, aber auch nicht zwingend vorgesehen. Die aktuelle Zusammensetzung lässt sich auf unserer squad-Seite im Detail nachvollziehen.

Welche Probleme gibt es im Angriff?

Die gescheiterte Verpflichtung von Arnaud Kalimuendo am Deadline Day könnte sich als teurer Fehler erweisen. Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib sind die einzigen erfahrenen Stürmer, doch ihre Verlässlichkeit ist fraglich. Burkardt ist bekannt für seine Verletzungsanfälligkeit. Ebnoutalib, erst seit Januar 2026 in der Bundesliga, bleibt ein junger Spieler mit zu erwartenden Leistungsschwankungen, auch wenn er zum Saisonauftakt in Berlin drei Tore erzielte. Die dritte Option ist der 18-jährige Malik Pimpong, der eigentlich für die U21 eingeplant war. „Ähnlich wie in der Abwehr ist die Planung also auch im Sturm: abenteuerlich“, stellt der HR-Bericht fest. Sollten beide Stammstürmer ausfallen, hängt das Offensivgeschick des Bundesligisten an einem Teenager. Diese angespannte Situation spiegelt sich auch in den aktuellen stats wider.

Wer ist der neue Torhüter der Eintracht?

Ein Lichtblick ist die Torhüterposition. Sportvorstand Markus Krösche gelang mit der Leihe von Noah Atubolu von SC Freiburg, inklusive einer Kaufoption, ein wichtiger Transfer. Atubolu wird klar als Nummer eins gesetzt und beendet das „Heckmeck zwischen den Pfosten“, wie es der HR formuliert. Kaua Santos wird seine Vertretung sein, während Michael Zetterer an Leeds United abgegeben wurde. Die Verpflichtung von Atubolu, der ursprünglich in die Premier League wollte, kam überraschend zustande, stellt aber eine klare Verbesserung dar.

Wie geht es für Adi Hütter weiter?

Trainer Adi Hütter muss mit den gegebenen personellen Schwächen kreativ umgehen. Neben einem möglichen Wechsel zu einer Dreierkette in der Defensive könnte er im Sturm auch auf eine Einzelspitze setzen, um von der Bank mehr Variabilität zu haben. Eine letzte Option wäre die Verpflichtung eines vertragslosen Spielers; am Deadline Day kursierten Gerüchte um Joselu. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Mannschaft mit der schwierigen Ausgangslage zurechtkommt. Die nächste Bewährungsprobe steht am 12. September 2026 im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart an, wie der fixtures-Kalender zeigt.